970 km im Segelflug

Vergangenes Wochenende wurde vom Deutschen Wetterdienst sagenhaftes Segelflugwetter prognostiziert. Grund genug für einige unserer Piloten einen ausgedehnten Überlandflug vorzubereiten.

Manuel Stokinger und Philipp Vietzke entschieden sich mit unserem Hochleistungssegelflieger, dem Duo Discus XLT für einen Streckenflug. Am Samstag wurde der Flieger komplett gecheckt und auf den bevorstehenden Flug am Sonntag vorbereitet. Am Sonntagmorgen hieß es dann für die zwei pünktlich um 6:00 Uhr aufstehen. Um 07:00 Uhr war schon Treffpunkt auf dem Flugplatz Hülben. Aus Sicherheitsgründen entschied man sich aber für den benachbarten Flugplatz Grabenstetten als Startplatz.

Bei ausgedehnten Streckenflügen können die Piloten bei bestimmten Flugzeugtypen zusätzliches Wasserballast in die Tragflächen tanken. Der Duo Disucs XLT besitzt dafür vorgesehene Wassertanks. Diese erhöhen das Abfluggewicht und daraus resultiert eine höhere Fluggeschwindigkeit. Dementsprechend erhöht sich die Startrollstrecke beziehungsweise ist unser Flugplatz in Hülben für solch ein Vorhaben nicht lang genug. Im sogenannten Flugzeugschlepp zieht ein Motorflugzeug den Segelflieger in den Himmel, da mit dem zusätzlichen Wasserballast kein Windenstart möglich ist.

In Grabenstetten angekommen wurde der Flieger aufgebaut und mit 80 Litern Wasser in den Flächen betankt. Um dieses Gewicht auszugleichen, muss in die Seitenflosse ebenfalls Wasser eingelassen werden. 9 Liter gleichen bei 80 Litern in den Flächen den Schwerpunkt aus, sodass der Start und Flug im zulässigen Bereich erfolgt. Im Fluge kann man durch einen Wasserablass im Cockpit das zusätzliche Ballast gleichmäßig ablassen.

Um 10:20 ging es dann per F-Schlepp in den Himmel. In ca. 1700 Meter über dem Meeresspiegel klinkten die zwei Hülbener Piloten das Seil der Schleppmaschine aus. Nun hieß es im Segelflug eine möglichst weite Strecke zu fliegen. Geplant waren ca. 900 Kilometer. Zuerst ging es die schwäbische Alb in Richtung Westen entlang. Dann der Sprung in den Schwarzwald. Eine Stunde nach dem Start wurde dann die erste Wende erreicht.

Anschließend ging es weiter nördlich, den kompletten Schwarzwald hoch. Dann der Sprung in den Odenwald, am Spessart und der Rhön vorbei bis nach Suhl. Um Punkt 15 Uhr wurde über Suhl gewendet. Philipp Vietzke und Manuel Stokinger wurde klar, wenn sie sich keinen Patzer erlauben sind die 900 km sicher.

Tiefpunkt im Thüringer Wald. Der Bedeckungsgrad der Wolken nahm deutlich zu, somit entstand durch die nachlassende Sonne weniger Thermik. Die beiden finden kaum einen Aufwind und kommen ziemlich niedrig, bis der erlösende Thermikschlauch den Duo Discus wieder in die Höhe befördert.

Im bayrischen Wald wurde die Wolkenoptik deutlich besser. Mehr Sonneneinstrahlung bescherte den beiden herrliche Wolken. Doch die Zeit lag den Beiden im Nacken. Mit der schwächer werdenden Sonneneinstrahlung werden die Aufwinde weniger. Um Punkt 17:00 Uhr wendet das Hülbener Team bei Cham.

Auf dem letzten Schenkel zwischen Regensburg, Neresheim und Hülben standen immer noch gute Thermikwolken mit hoher Basis die zuverlässige Steigwerte lieferten. Der Rückenwind von ca. 20 km/h kam dem Team zugute und die 900 km im reinen Segelflug waren sicher.

Bei Grübingen gegen 19:30 Uhr erwischten die beiden den letzten Aufwind, der sie wieder auf 1700 Meter über dem Meeresspiegel steigen ließ. Jetzt standen im Bordrechner 940 Kilometer auf der Uhr. Beide waren sich einig und wollen die 1000 Kilometer schaffen. Der Plan war so weit es noch geht die Albkante entlangzufliegen. Die schwächer werdende Sonneneinstrahlung liefert nur noch sehr schwache Thermik. Die Flughöhe war zu gering, um weiterzufliegen. Sie entscheiden sich das Wasserballast abzulassen und den Hilfsmotor zu starten. Dieser ermöglichte den beiden den sicheren Heimflug mit Landung um kurz nach 20 Uhr in Hülben.

Der Dreiecksflug wurde im reinen Segelflug mit einer Distanz von 970 geflogener Kilometer in 9 Stunden und 27 Minuten zurückgelegt. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 102,6 km/h. Somit wurde ein Vereinsrekord aufgestellt. Bisher hat kein Segelflugpilot bzw. Team aus Hülben diese Distanz im Segelflug zurückgelegt. Wir sind uns sicher, die 1000 Kilometer Marke wird auch noch geknackt. Glückwunsch an Philipp Vietzke und Manuel Stokinger!

Danke an alle Helfer der Fliegergruppe Hülben für die Unterstützung während dem Flug und Auf- und Abbau. Außerdem ein Dank an den Flugplatz Grabenstetten für den unkomplizierten Start!

Wie sie uns finden!

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